JA!

[aj] Am 06.10.2019 sollten die Bürger in Mülheim über folgende Frage entscheiden: „Sollen VHS-Grundstück und -Gebäude in der MüGa im Eigentum und Besitz der Stadt Mülheim bleiben und der VHS-Betrieb dort wieder aufgenommen werden?“ Am Abend verkündete der Oberbürgermeister Ulrich Scholten (SPD) das Ergebnis. Demnach stimmten rund 66 % mit JA, was bei der Beteiligung von 20,84 % 18.022 Bürgern entspricht.

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Bye, Bye Mülheim

[aj] Die Mülheimer Bürger sind am heutigen 06.10.2019 aufgerufen, um über die VHS an der Bergstraße zu entscheiden. Stimmen Sie mit JA soll die VHS in der Müga als VHS erhalten bleiben, was die Stadtverwaltung zwingt Brandschutzmaßnahmen durchzuführen, aufgrund dessen die VHS geschlossen worden war. Folge davon ist, dass der Interims-Standort an der Aktienstraße wieder geschlossen wird. Über die Kosten dieser Aktion besteht nach wie vor Unklarheit. 2 Mio, 30 Mio oder doch viel weniger? Klar scheint nur, dass bei einem JA die Stadt Mülheim diverse andere Projekte nicht mehr ausführen wird, weil sie wohl nicht kann. Schwimmbäder, Schulen, Sportbund und und und hätten dann das Nachsehen, frei nach dem Motto: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.
Klingt logisch, aber…eigentlich ist das Vertrauen in die Entscheidungsträger in Mülheim dermaßen zerstört, so dass es fast logisch sein müsste, dass die Bürger mit JA entscheiden. Ein paar Beispiele:
Der Ruhrtunnel – der uns seinerzeit als unvermeidbar angepriesen wurde, würde nach dem Willen der Entscheider heute am liebsten sofort zugeschüttet.
Die Straßenbahn – sollte am besten sofort abgeschafft werden, da Busse günstiger seien und es dem Bürger nur um einen Transport von A nach B ginge. Dass die Argumentation durchaus umstritten ist und die Straßenbahn durchaus mehr Vorteile für den Fahrgast bringt, wird nicht in Betracht gezogen.
Das Pflaster – ein neues Pflaster auf der Schlossstraße würde die Attrakivität der Innenstadt steigern, wurde mal gesagt. Wurde dann auch gemacht, die stetigen Leerstände konnte dies auch nicht verhindern.
Die Schullandheime – eins auf Sylt, eins in Hohenunkel. Alles unwirtschaftlich, muss abgestoßen werden, dann geht es der Stadt besser. Ah ja. Klassenfahrten kann man auch nach Ratingen oder Haltern machen.
Das Stadtbad – im Zuge von Ruhrbania musste auch das Stadtbad (ein kleines Schwimmbad in der Innenstadt) weg – da sind jetzt Eigentumswohnungen.
Die Jugendherberge – auch so ein Kleinod. Natürlich unwirtschaftlich, also weg – jetzt Mietwohnungen…aber das Postkartenmotiv blieb erhalten. Danke.
Die Stadtbücherei – musste Ruhrbania-Bauten weichen, obwohl das Gebäude noch intakt war, dafür haben wir jetzt ein „lukratives“ PPP-Modell.
Auf der Internetseite der Mülheimer Bürger Initiativen finden sich noch viele weitere Beispiele…Kaufhof, Feuerwache, Stadthafen usw.
Die Krone des Ganzen ist aber – insbesondere angesichts des sich gerade wandelnden Klima-Bewußtseins – die Stilllegung der Straßenbahn 110 von der Friesenstraße in Styrum zum Flughafen. Trotz diversen Hinweisen der Bezirksregierung wurde die Linie, mehr oder weniger, bei Nacht und Nebel eingestellt. Betriebsmängel, Sicherheit und natürlich die Unwirtschaftlichkeit der Straßenbahn an sich. Spannend wird es dann, wenn der Flughafen vielleicht dochmal dicht macht, man dort ‚Wohnen und Arbeiten‘ anbietet und dann irgendjemand auf die Idee kommen wird, Mensch, ne Straßenbahn zur Innenstadt wäre ja toll. Wird dann schwierig, da soll ja jetzt ein Radweg entstehen…Am anderen Ende aber – und das ist das eigentliche Highlight – wurde die Wendeschleife an der Friesenstraße für eine wunderbare Tankstelle geopfert. Besser kann man die Weitsicht der Mülheimer Entscheider wohl nicht darstellen.
So…und wie soll man als Bürger angesichts dieser ‚erfolgreichen‘ und ‚zukunftsorientierten‘ Maßnahmen den Argumenten von Stadtverwaltung und Politik noch irgendwie Glauben schenken. Es scheint, dass einzig und allein die Auflösung der kommunalen Selbstverwaltung in Mülheim an der Ruhr einen Ausweg bieten kann. Eingemeindung nach Essen, Oberhausen, Duisburg und/oder Ratingen. Sämtliche Führungsgremien könnten somit aufgelöst und ersatzlos gestrichen werden. Dies ersparte uns Führungsgehälter und auch sonstige Dramen um (Ex-)Stadtkämmerer, Oberbürgermeister und sonstige interstädtische Querelen (Flughafen, Ruhrbahn etc.)
Und wenn jetzt die Stadt nach einem JA zur VHS alle Schwimmbäder schließt, die Schulsanierungen stoppt, Sport und Kultur das Wasser abgräbt, finden sich hoffentlich neue Bürgerinitiativen oder aber der Regierungspräsident (oder wer auch immer) verfügt die vg. Eingemeindung.

Also ich stimme mit JA!

MfG Andreas Johren

Eine gruselige Serie von Europa

(aj) Es ist geschehen. Das alt-ehrwürdige Tonstudio Europa hat seine neue Gruselserie zur Welt gebracht. Zwei Folgen sind im Umlauf, die dritte erscheint bereits im Mai, sowohl als CD, Vinyl, als Download und im Streaming. Hier mein Eindruck zur Nr. 1:

Die Geschichte von Polterabend, spielt in einem abgeschiedenen Landhaus kurz vor der Trauung von Gerhard und Gudrun. Diverse Gäste sind da. Es kommt zu ungewöhnlichen Vorfällen, Toten, es gibt Gewitter, alle Handys fallen aus, alle Autos auch, Festnetz sowieso, man ist auf sich allein gestellt. Offenbar hat der Poltergeist alle im Griff. Gut dass die zwei älteren Damen sich ’schon seit längerem‘ mit übernatürlichem Gedöns auskennen; ist jetzt natürlich etwas hilfreich. Gatte Gerhard erkennt den Geist, die Haushälterin trägt unter viel BlaBla auch zur Lösung des Rätsels bei und am Ende braucht Gudrun zumindest nicht mehr heiraten. Die Darsteller sind erste Sahne: Judy Winter, Regina Lemnitz, Heidi Schaffrath, Kaja Brügger, Reinhilt Schneider, Kerstin und Sascha Draeger u. a. Verantwortlich für Buch und Effekte ist André Minninger, Regie lag in der Hand von Heikedine Körting. Coverdesign: Wolfram Damerius, immerhin eine Gestaltung mit Wiedererkennungswert, gewöhnungsbedürftig, aber auch gewöhnungsfähig. Das bunte Europa-Logo für eine solche Nostalgie-Serie ist m. E. völlig fehl am Platz.  Der Vorspann ist eine Mixtur aus alten und neuen Synthie-Klängen (man muss ja irgendwie noch die seinerzeit exklusiv georderten Larry-Brent-Melodien unterbringen), gemischt mit Geschrei, Glockenschlag und Gewitter. Die Klasse von Carsten Bohns seinerzeitigem Titelscore wird natürlich nicht erreicht, selbst ‚Harley & Cos‘ Interpretation von ‚Le Sacre du Pritemps‘ aus der Techno-Version der alten Gruselserie hatte natürlich mehr Pep. Ein unheimliche Landhausatmosphäre entwickelt sich leider überhaupt nicht. Musik innerhalb der Folge ist m. E. nicht sparsam eingesetzt, sondern fehlt nahezu gänzlich.  Ist aber nicht weiter schlimm,  die Figuren bleiben schließlich auch sämtlich eindimensional, meiner Meinung nach auch zu viele. Das was sie sagen ist größtenteils uninteressant. Dialogwitz fehlt völlig, von Glaubwürdigkeit der Figuren kann hier keine Rede sein, dafür reden sie zu viel, sagen aber zu wenig. Vielschichtige Charaktere, unerwartete Wendungen konnte ich nicht feststellen. Das brennende Landhaus, die Auflösung, die Verwunderung über die wieder funktionierenden Autos und Handys, die fett aufgetragene ‚Moral von der Geschicht‚ helfen nicht über eine langweilige Geschichte hinweg. Auch die oft hochgelobte ‚Aufnahme im Ensemble‚ hat hier leider zu keinem Zeitpunkt einen positiven Einfluss auf das Gesamtprodukt.

Fazit: Och nee…

 

Eine Gruselserie von Europa

So ganz wie hier angezeigt wird die neue Serie zwar nicht aussehen, aber dennoch soll sie offensichtlich an die H.-G.-Francis-Gruselserie aus den 80er Jahren anknüpfen. André Minninger schreibt die Geschichten und Europa weist auf seiner Seite auf die moderne Machart mit tollen Spezialeffekten hin. Und man beginnt bei der Nummerierung nicht mit der 19, sondern mit der Nummer 1. Auch die seinerzeitigen Farben – Neon-grün und rosarot – werden durch gelb und blau ersetzt. Ab dem 01.03.2019 wird die Folge 1 im Handel sein. Mehr dazu auf der Internetseit von Europa:
https://www.europa-kinderwelt.de/erwachsene/gruselserie/

gruselserie 2019-1

Das Kunstmuseum „Alte Post“

(aj) Es ist nun wohl schon einige Jahre her, aber auch diesen Beitrag wollen wir Ihnen wärmstens an Herz legen. Wenn Sie sich sich für das Kunstmuseum ‚Alte Post‘ in Mülheim an der Ruhr interessieren, gewinnen Sie hiermit einen ersten Überblick über ein besonderes Museum in einem besonderen Gebäude.

Die Hörspiel 2009

(aj) Im Jahre 2009 gab es noch DIE Hörspielmesse überhaupt. Günter Merlau hatte sämtliche Labels eingeladen ihre Produkte im Hühnerposten in Hamburg zu präsentieren. Und fast alle waren da: Das seinerzeitige Who-is-who gab sich die Hand und wir, d. h. radioruhr, waren auch dabei und hatten ein Aufnahmegerät mit. Wir haben den Beitrag einmal im Radio gesendet und dann verschwand er in der digitalen Schublade. Einige der besprochenen Punkte sind natürlich nicht so eingetreten, wir hier tw. angekündigt oder erhofft, dennoch für Hörspiel-Fans vielleicht ganz interessant, wie man 2009 die Hörspiel-Situation noch betrachtet hat … Zu hören sind Günter Merlau, Hilla Fitzen, Rainer Schmitt, Douglas Welbat und Oliver Kalkofe.

Interview mit TramVia

 

(aj) Vor kurzem haben wir mit der Bürgerinitiative TramVia – zum Erhalt des Mülheimer Straßenbahnnetzes – ein Interview geführt. Zu Gast im Studio waren Rainer Nelbach und Thomas Kirchner, die uns die Aktivitäten der TramVia als auch die Schwierigkeiten in Mülheim an der Ruhr bezüglich der Tram nahe brachten. Zu hören ist dies hier: